Saccharin (E 954)

Saccharin ist der älteste synthetische Süßstoff

Synthetisch, Süßkraft 300-500

Saccharin wurde 1878 von den Chemikern Constantin Fahlberg und Ira Remsen an der Johns Hopkins University (USA) entdeckt. Die Bezeichnung Saccharin leitet sich von dem altgriechischen Wort für Zucker, σάκχαρον (sakcharon) ab. Als Lebensmittelzusatzstoff trägt Saccharin die Bezeichnung E 954, die erlaubte Tagesdosis (ADI-Wert) beträgt 5 mg/kg Körpergewicht.

Saccharin ist 300- bis 700-mal süßer als Zucker. Es ist farblos, wird vom menschlichen Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden (nach 24 Stunden bereits 90 %). Saccharin besitzt so gut wie keinen physiologischen Energiegehalt und ist daher, wie alle Süßstoffe, auch für Diabetiker geeignet.

Saccharin verursacht keine Karies. Es kann besonders in höheren Konzentrationen einen bitteren oder metallischen Nachgeschmack bewirken, daher wird es mit anderen Süßstoffen wie Cyclamat, Thaumatin oder Acesulfam vermischt, so verdecken die Stoffe gegenseitig ihren (unangenehmen) Nachgeschmack.

Saccharin wird für die Herstellung diätetischer Lebensmittel, in Light-Produkten und als Geschmacksverstärker eingesetzt. Es ist nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen.

Dazu gehören unter anderem

  • energiereduzierte bzw. zuckerfreie Getränke (max. 80 mg/l)
  • energiereduzierte bzw. zuckerfreie Desserts (max. 100 mg/kg)
  • energiereduzierte bzw. zuckerfreie Brotaufstriche, Konfitüren, Marmeladen, Gelees (max. 200 mg/kg)
  • energiereduzierte bzw. zuckerfreie Süßwaren auf der Basis von Kakao oder Trockenfrüchten (max. 500 mg/kg)
  • süßsaure Obst- und Gemüsekonserven (max. 160 mg/kg)
  • süßsaure Fisch-, Meeres- und Weichtierkonserven (max. 160 mg/kg)
  • Soßen und Senf (max. 160 bzw. 320 mg/kg)
  • Alkoholische Getränke (max. 80 mg/l)
  • Knabbererzeugnisse aus Getreide oder Nüssen (max. 100 mg/kg)
  • Nahrungsergänzungsmittel (max. 80 - 1.200 mg/kg)

Saccharin wird darüber hinaus in Kosmetika (Zahnpasta oder Zahnpflegekaugummi), Arzneimitteln und Futtermitteln eingesetzt.