Was bedeuten die E-Nummern?

Du bist, was du isst?

Da wäre es doch gut zu wissen, was in unserem Essen so enthalten ist. Daher beleuchten wir mal das Thema E-Nummern...

Was es mit den E-Nummern bei Lebensmitteln auf sich hat

Haben Sie schon auf der Verpackung Ihres Müslis, Milch oder Multivitaminsaftes schon mal die Inhaltsangabe des jeweiligen Produktes gelesen? Da finden sich neben den Hauptbestandteilen (Cerealien, Milch, Fruchtsaft, etc…) auch eine stetig länger werdende Liste mit Zusatzstoffen.

Nahrungsmittelzusatzstoffe sind die Helferleins der Lebensmittelindustrie, denn sie ermöglichen eine Erleichterung der technologischen Prozesse und vereinfachen die Herstellung und Handhabung der Produkte. Oder sie dienen dazu, uns Lebensmittel schmackhafter zu machen. Zudem können Sie Lebensmittel anreichern, mit Mineralstoffen, Vitaminen oder Spurenelementen. Manche sollen auch eine gesundheitsfördernde Wirkung haben oder die eigenen Abwehrkräfte aktivieren. Sie wissen sicher was ich meine.

Zusatzstoffe sind Elemente, die das Lebensmittel nicht hat und die wie der Name schon sagt, zugesetzt werden. Sie sollen das Lebensmittel stabilisieren in der Konsistenz, das nötige Volumen bringen, die "richtige" Farbe geben, den Geschmack verstärken oder einen Geschmack geben, Produkte süßer oder saurer machen, haltbarer und vieles mehr.

Broschüre der AK (Stand Jänner 2011)
Broschüre AK_Cont

Nahrungsmittelzusätze - natürlich oder synthetisch?

Es gibt sowohl, als auch, und die Kombination von beidem. So werden natürlich vorkommende Stoffe aus Fauna und Flora gewonnen, im Labor verändert, nachgebaut oder entwickelt. Bei etlichen Stoffen ist es wirtschaftlicher, die gewünschte Substanz im Labor herzustellen, da die natürlich vorkommenden Ressourcen nicht ausreichen, die Gewinnung zu aufwändig oder schlichtweg zu teuer wäre. Ergo ist also nicht alles aus dem Chemielabor schlecht.

Ob aus der Natur - oder aus dem Labor, alle Substanzen, die als Lebensmittelzusatz eingesetzt werden sollen, müssen Zulassungsverfahren absolvieren. Zudem muss der technische Bedarf und ein klarer Nutzen für die Verbraucher nachgewiesen werden. Die Nutzung von Lebensmittelzusätzen wurde EU-weit geregelt und alle Zusatzstoffe haben E-Nummern erhalten. Jeder Zusatzstoff ist definiert durch eine Bezeichnung und eine Nummer und die Lebensmittel für die er verwendet werden darf. Zudem sind die zulässigen Höchstmengen der Substanzen in den jeweiligen Lebensmitteln klar geregelt.

Diese Lebensmittelzusätze (eine Liste finden Sie hier) sind in Gruppen eingeteilt, ihrer Wirkung bzw. ihres Effekts entsprechend.

Zur groben Orientierung dient die folgende Aufstellung:

  • Farbstoffe: E100 - E180, Wirkung: zur optischen Aufbesserung
  • Konservierungsmittel: E200 - E297, E270, Wirkung: zur Verlängerung der Haltbarkeit
  • Antioxidantien: E300 - E385, Wirkung: zum Verhindern der Reaktion mit Luftsauerstoff
  • Verdickungsmittel: E400 - E495, Wirkung: zum Binden von Wasser
  • Säureregulatoren: E260 - E450, Wirkung: zum Verleihen eines sauren Geschmacks E 500 - E 538
  • Diverse wie Backtriebmittel, treib- u. schutzgase, Schaumverhütungsmittel
  • E541 - E585, E900, E925 - E948
  • Emulgatoren, Feuchthaltemittel E1505, E1518
  • Geschmacksverstärker: E620 - E640, Wirkung: zum intensivieren von geschmackseindrücken
  • Trennmittel: E901 - E914, Wirkung: zum Verhindern vom Verkleben
  • Zuckeraustauschstoffe: E950 - E999, Wirkung: zum süßen von Lebensmitteln E 420, E 421
  • Enzyme: E1105 - E1450, Wirkung: zum Hervorrufen bestimmter Reaktionen

Heute sind Lebensmittelzusätze streng reguliert und müssen Zulassungsverfahren passieren. Zugelassene Lebensmittelzusätze sind klar definierte Substanzen, die strenge Reinheitskriterien erfüllen müssen, und für die feste Höchstmengen bestimmt sind, um die Verbraucher zu schützen.

Good or Bad?

Obwohl zugelassen, sind viele E-Nummern bei den Konsumenten umstritten, mache von ihnen in anderen Ländern sogar verboten (Cyclamat bspw. ist in den USA verboten). Die Liste reicht dabei von Aspartam, das beispielsweise mehr als 200(!) negative Nebenwirkungen haben soll und von Gesundheitsexperten als gefährlich eingestuft wird, über Nitrit, Azofarbstoffe, und viele mehr.

Doch eines ist wichtig, nur wenige der E-Nummern sind schlecht, viele sind natürlich oder sogar lebennotwendig für uns. Auch Sauerstoff besitzt eine E-Nummer.

Wie kann ich Nahrungsmittelzusätze vermeiden?

Generell gilt - je mehr Verarbeitungsschritte ein Lebensmittel durchmacht, umso mehr Zusätze sind enthalten. Vermeiden Sie Fertiggerichte, Fertigsaucen und intensiv bearbeitete Lebensmittel, kochen Sie frisch, machen Sie Ihr Salatdressing selbst und gegen eine echte Rindsuppe kommt ohnehin keine Tütensuppe an. Und seien Sie nicht überrascht, dass Ihr frisch zubereitetes Essen anders schmeckt als die Fertigmenüs...